Man kennt dich eher als „Duke“. Warum Duke?
AP: In meinem Barbershop paart sich amerikanisches mit heimischem und „The Archduke John“, der Erzherzog Johann, war in der Steiermark eine große Nummer. Ich fand das passend.
Bei aller Tradition, bietet ihr auch Dauerwelle an?
AP: Nein. Wir schneiden Trends, sind aber auf Klassik spezialisiert. Da liegt auch unsere Klientel: zwischen 25 und 45 Jahren. Wir machen keine Dauerwelle und wir färben keine Haare und keine Bärte
„Jeder, der bei mir anfängt, (…) muss eine eigene Ausbildung für Duke Johns‘ absolvieren.“
Wer sich im „Duke Johns‘ Barbershop“ bewirbt, bringt eine klassische Friseurausbildung mit?
AP: Da bin ich relativ offen. Optimal wäre eine klassische Friseurausbildung, aber ich habe schon mit Leuten gearbeitet, die aus einem ganz anderen Handwerk kommen und sagen, hey, ich will jetzt Barber sein. Ich bilde keine Lehrlinge aus, aber jeder, der bei mir anfängt, egal wie lange er schon im Business als Friseur oder Barber ist, muss eine eigene Ausbildung für Duke Johns‘ absolvieren.
In Graz gibt es sehr viele Barbershops, namhafte wie „Holy Tiger“ und „Butchers“, aber auch eine Szene der günstigen Shops. Was sind eure größten Herausforderungen im Business?
AP: Die größte Herausforderung ist es, Mitarbeiter zu bekommen. Vom Zulauf der Kunden her könnte ich weit mehr beschäftigen. Ich habe immer wieder Vorstellungsgespräche und mir ist egal, woher jemand kommt, wenn der cool ist und ins Team passt. Nur, du kannst bei uns im höherpreisigen Segment niemanden einsetzen, der in Jogginghose kommt und sich damit rühmt, schnell Haare schneiden zu können. Einige glauben, wenn sie zwei Jahre irgendwo beim „Tralala“ Barber gearbeitet haben, sind sie die Größten. Leider ist das auch der Zeitgeist. Der junge Mensch glaubt, er kann schon alles, weiß alles und braucht nichts mehr lernen. Ich war da anders. Ich war dankbar für jede Ausbildung und habe jederzeit viel Einsatz gebracht. Heute scheint mein Know-how, das ich in andere reinpresse, für diese eher eine Belastung zu sein.
"Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich - überspitzt gesagt - noch stolz darauf bin, mit meinem Geschäft die Bezeichnung „Barbershop“ zu tragen."
Der Herrenfriseur an sich scheint durch die Barbershops sichtbarer denn je. Ist das positiv für die Branche?
AP. Das sehe ich nicht. Es gibt unterschiedliche Barber mit unterschiedlichen Kundenschichten. Wir müssen uns ständig unsere besser zahlende Klientel sichern. Wir ziehen unser Ding durch, machen unsere Werbung, bringen unsere Qualität, unser Service. Und das verbreitet sich unter den Kunden und wer darauf Wert legt, wird bei uns vorbeischauen. Wenn ich aber sehe, wie es bei meinem Nachbarn läuft, bei dem es darum geht, dass alles günstig ist, dass der Kunde am besten niemals da war und maximal fünf Minuten gesessen ist, dann würde ich sagen: Barber-Shops haben die Friseurbranche ziemlich runtergeritten.