Im Gespräch mit Katja Ottiger
Günther, ihr lebt in euren Salons Nachhaltigkeit und betont die faire Bezahlung eurer Mitarbeitenden. Wie lässt sich Nachhaltigkeit im Preis widerspiegeln?
Günther Steiniger: Wir vergeben ausschließlich Stundentermine und in diesem Sinn ist unsere Kalkulation auf eine Stunde ausgelegt. Wir legen großen Wert auf Qualität, was uns ermöglicht, höhere Preis verlangen zu können. Wenn Kundschaft Qualität gewöhnt ist, ist sie auch bereit, mehr dafür auszugeben.
"Wenn Kundschaft Qualität gewöhnt ist, ist sie auch bereit, mehr dafür auszugeben."
Eine Stunde für jede Kundin, jeden Kunden pro Schnitt?
GS: Genau. Mit einem ordentlichen Beratungsgespräch, einer Kopfmassage, einem Schnitt, nochmal ausspülen … ist eine Stunde nichts. Bei uns gibt es keinen Trockenschnitt, jeder wird gewaschen. Und wenn eine Dame den gleichen Haarschnitt wie ein Mann bekommt, bezahlen beide den gleichen Preis, denn wir nehmen uns für beide gleich viel Zeit.
Wie finden das die Herren?
GS: Es gibt Herren, die meinen, sie brauchen keine volle Stunde. Wenn sie eine halbe Stunde möchten, bekommen sie die auch, zahlen aber letztlich das Gleiche.
"Desto kleiner das Sortiment, desto besser der Überblick und desto weniger Verschwendung."
Du bist bekennender Minimalist. Der Nachhaltigkeit geschuldet?
GS: Ich bin absoluter Minimalist, mein Salon ist total clean. Auch bei den Produkten, da arbeite ich im Stylingbereich nur mit einer Firma zusammen (Anm., Authentic Beauty Concept) - mit kleinem Sortiment und der besten Performance. Desto kleiner das Sortiment, desto besser der Überblick und desto weniger Verschwendung. Der achtsame Umgang mit Ressourcen ist uns wichtig. Uns ist bewusst, dass wir nicht die Welt retten werden, aber wir leisten unseren Beitrag: Unser Lichtsystem schaltet sich abends aus, wir achten auf Wasserverbrauch, legen Wert auf Mülltrennung und sparen Verpackungen durch die ►Refill-Bar.
Produkteabfüllung im Salon - läuft das gut?
GS: Wir sind total zufrieden. Natürlich müssen wir mit den Kunden ein Erstgespräch angehen, aber sobald sie es angenommen haben, verwenden sie es immer wieder.