Wie war das Gefühl, als du angefangen hast, bei Olaplex zu arbeiten?
AB: Ich habe die Rolle übernommen, weil ich wirklich glaube, dass all die Dinge, die den Anfang so magisch gemacht haben, noch gar nicht voll ausgeschöpft wurden. Die Marke ist global etabliert, hat eine enorme Reichweite und ist sehr erfolgreich – aber ich glaube, da steckt noch so viel mehr Potenzial drin.
Was war dein erster Ansatz, um die Marke in die Zukunft zu führen?
AB: Ich hatte zwar meine Theorien, aber ich war nie wirklich „drinnen“ im Produkt. Also habe ich viel Zeit im Labor verbracht, mit unseren Wissenschaftlern und Chemikern gesprochen, viele Fragen gestellt, um zu verstehen: Wie funktioniert die Wissenschaft wirklich? Was macht Olaplex anders, warum hat es so eine Wirkung gehabt? Olaplex ist einzigartig – und das ist etwas, das man in dieser Branche selten sagen kann.
Du kommst aus der Beauty, aber der Friseurmarkt ist neu. Wie lernt man den Friseur als Zielgruppe kennen?
AB: Ich habe viel Zeit „am Stuhl“ verbracht – also direkt mit Friseuren gesprochen. Ich habe ihnen immer zwei Fragen gestellt: Warum bist du Friseur geworden? Und erzähl mir von deinem ersten Mal mit Olaplex – was hat das für dich verändert?
Und wie siehst du den Friseur mit all diesen Informationen?
AB: Was ich gelernt habe, ist, dass FriseurInnen unglaublich inspirierende Menschen sind. Ihre Geschichten, ihre Hingabe für Kunden, das ist etwas ganz Besonderes. Olaplex hat ihnen geholfen, ihre Arbeit besser zu machen. All das hat unsere Strategie inspiriert, zum Beispiel das neue Design unseres Messestands. Es geht immer darum, wo sich Labor und Stuhl treffen – das ist unser Daseinszweck.
Du hast vorhin gesagt, dass du viel Potenzial siehst. Welches Potenzial siehst du?
AB: Ich glaube, Unternehmen sind nie nur eine Sache. Strategie besteht aus mehreren kritischen Dingen, die gleichzeitig passieren müssen. Erstens: Innovation. Wir sind ein innovationsgetriebenes Unternehmen. Wir müssen uns also ständig fragen: Was ist das nächste große Ding in der Wissenschaft? Wie können wir dem Profi weiterhin helfen? Zweitens: Die Marke muss das Produkt unterstützen. Unsere Studien mit Konsumenten und Profis haben gezeigt, dass uns die emotionale und visuelle Darstellung von Olaplex fehlt. Das verlangt nach Umdenken.
Umdenken, um neue Potenziale auszuschöpfen?
AB: Korrekt. Unser Außenauftritt, zum Beispiel unser neuer Messestand zeigt eine völlig neue Designsprache, die wirklich die Inspiration der Marke widerspiegelt. Parallel bauen wir intern die richtige Infrastruktur auf – das sieht der Kunde vielleicht nicht, ist aber genauso wichtig. Das Unternehmen ist sehr schnell gewachsen, also brauchen wir auch ein starkes Team.
Olaplex hat die neue Kategorie der Plex-Produkte erschaffen. Mittlerweile gibt es hier zahlreiche Player.
AB: Ja, und es zeigt, wie groß der Einfluss der Marke war. Imitation ist bekanntlich die höchste Form der Anerkennung. Aber es ist wichtig zu erklären, warum unsere Wissenschaft anders ist. Deshalb entwickeln wir neue Materialien, neue Marketingansätze, neue Visuals – damit die Leute, die über uns sprechen, auch wirklich erklären können, was uns unterscheidet.
Wie führt man innovativ sein fort? Ist das nicht ein enormer Druck?
AB: Natürlich müssen wir weiter innovativ bleiben. Unsere Produkte Nr. 1 und 2 sind der Kern der Marke, aber sie dürfen nicht alles sein. Letzten Herbst haben wir den "Bond Shaper" speziell für lockiges Haar herausgebracht – mit ganz neuer Technologie, unabhängig von der ursprünglichen Olaplex-Technologie, aber genauso bahnbrechend.
Friseure sind kreativ, springen auf Trends auf, vergessen sie aber auch schnell wieder. Was tut ihr, um Olaplex dauerhaft im Bewusstsein zu halten?
AB: Friseure sind der Grund, warum es uns gibt. Deren Vertrauen und Loyalität müssen wir uns jeden Tag neu verdienen. Dafür braucht man ein gutes Team, starke Partner wie New Flag.
So bleibt Olaplex dauerhaft fixer Service-Bestandteil?
AB: Genau. Aber dafür brauchen FriseurInnen die richtigen Werkzeuge: Können sie die Wissenschaft gut erklären? Passt der Preis? Ist es einfach in die Dienstleistung integrierbar? Und gleichzeitig müssen auch Endkunden von außen nach Olaplex fragen – das war übrigens etwas, was in unserer Branche noch nie passiert ist. Konsumenten kamen rein und sagten: „Ich will Olaplex.“