Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder im Gespräch mit Katja Ottiger
"Unsere Branche ist besser durch das Jahr gekommen, als befürchtet."
imSalon: Wolfgang, das Jahr 2023 geht zu Ende, wie ist dein Rückblick?
Wolfgang Eder: Eigentlich nicht so schlecht und - hier gibt mir die KMU Forschung recht - ist unsere Branche besser durch das Jahr gekommen, als befürchtet. Ich war selbst überrascht! Allerdings, wie es aufgrund steigender Lohnnebenkosten und anderer Kosten mit den Umsätzen der Unternehmen unterm Strich aussieht, ist eine andere Sache.
Eines der vielen Themen auch in diesem Jahr war der Fachkräftemangel. Du kennst die Umfrage vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft zur Erhebung, in welchen Branchen sogenannte Praktiker/innenberufe relevant wären. (imSalon erklärts ►hier). Was denkst du darüber?
WE: Ich kenne die Umfrage, habe an ihr teilgenommen und bin gespannt auf das Ergebnis. Diese Umfrage zielt in die Richtung der Teilqualifizierung ab, aus der sich für mich die Ausbildung zum Beauty-Assistent ergibt, der tatsächlich ein Praktikantenberuf wäre.
"Die Frage bei einer Praktikumsausbildung ist immer die der Kosten und ob Unternehmen bereit sind, diese für solch eine angelernte Kraft zu zahlen."
Die Ausbildung zur Beauty-Assistentin soll innerhalb von drei Monaten angelernte Hilfskräfte für Friseursalons ausbilden, die die Basis beim Färben, Maniküre, Augenservice und Rezeption kennen und optional die verkürzte Lehre und die LAP anhängen können. Das Konzept dazu hat ein Arbeitskreis der Friseurinnung Kärnten erarbeitet ►imSalon berichtete) und ist nun, nachdem andere Landesinnungen Interesse bekundet haben, in der Bundesinnung zur Ausarbeitung. Wie schaut es da aus?
WE: Das grobe Konzept besteht und die Feinarbeitung passiert jetzt, sodass wir eventuell Anfang 2024 mit den einzelnen Ausbildungen beginnen können. Die Innung Kärnten ist mit ihrem Konzept Vorreiter. Neben Praktischem, wie die Ausbildung der Trainerinnen und Trainer und deren Finanzierung, die als Höherqualifizierung über das AMS passieren könnte, muss geklärt werden, wo die Ausbildungen in den Bundesländern stattfinden und wie die Beauty-Assistentinnen in den Salons angestellt werden.