►Georg Wilhelmer geht in Pension und tritt von seiner Funktion als Kärnter Landesinnungsmeister zurück. Als seine Nachfolgerin hat er Karin Wagner ernannt. Damit verstärkt sie neben Erika Rainer (OÖ), Doris Schneider (Stmk) und Silvia Rupp (NÖ) die Riege weiblicher Landesinnungsmeisterinnen in Österreich.
Wir gratulieren herzlich und bitten Karin Wagner, die in St. Veit nach Jahren als Salonbetreiberin nun bereits seit 8 Jahren als EPU arbeitet, zum Gespräch über persönliches Downsizing und zukünftige Ausbildungsmodule zwischen Positionierung und Prestigegestaltung.
Im Gespräch mit Katja Ottiger
imSalon: Karin, wusstest du im Vorfeld von deiner Ernennung zur neuen Landesinnungsmeisterin in Kärnten?
Karin Wagner: Nein. Mit Georg Wilhelmers Frage, ob ich diese Funktion als seine Nachfolgerin übernehmen möchte, habe ich überhaupt nicht gerechnet und sehe darin eine extreme Wertschätzung. Die Herausforderung ist eine besondere und ich bin mir bewusst, dass ich in große Fußstapfen trete.
Die nächste offizielle Wahl findet in zwei Jahren statt - du könntest also auch abgewählt werden?
KW: Darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken, vielmehr stecke ich schon stark in den ersten Terminen und meinen Überlegungen, wie ich alle Friseur*innen und Unternehmer*innen in Kärnten bestmöglich unterstützen kann.
Georg hatte mich immer in seine Arbeit mit eingebunden und ich fühle mich gut vorbereitet.
Welche Eigenschaften zeichnen dich als Innungsmeisterin aus?
KW: Ich bin ein lösungsorientierter Mensch, auch wenn das manchmal ein Fluch ist (lacht). Ich bin organisatorisch gut und treffe gern schnelle Entscheidungen. Und ich bin jemand, die Sachen gern wegarbeitet und Dinge nicht gern aufschiebt.
„Ein großer Bereich, auf den ich fokussieren möchte, ist die Ausbildung.“
Worin siehst du die Hauptpunkte auf deiner Agenda?
KW: Die Frage ist, was die Branche braucht und in welche Richtungen die Entwicklungen gehen. Ein großer Bereich, auf den ich fokussieren möchte, ist die Ausbildung. Es ist ja nicht nur so, dass viele Betriebe nicht mehr ausbilden, es gibt auch keinen Pool an Auszubildenden.
„Menschen ab 18 Jahren für Teilbereiche ausbilden.“
Was schwebt dir vor?
KW: Wir benötigen neue Ausbildungsmodelle! Damit greife ich nicht die klassische duale Ausbildung an, denn die funktioniert in vielen Betrieben gut. Mein Gedanke ist, Menschen ab 18 Jahren, nach einer Ausbildung bzw. nach der Matura, für Teilbereiche auszubilden. So können sie im Salon unterstützend tätig sein. Diese Leute sollten, beispielsweise über ein Modulsystem, so gut ausgebildet werden, dass sich ihnen die Möglichkeit bietet, auch eine komplette Friseurausbildung absolvieren zu können.
Ausbildung in Modulen - über private Friseurschulen oder das WiFi, in welchem du selbst als Trainerin tätig bist?
KW: Das sind gerade die ersten Gespräche, die ich derzeit z. B. mit der Lehrlingsstelle führe, um rechtliche Unterstützungen auszuloten, aber auch Ideen, die im Ausschuss diskutiert werden können, wie solch eine Ausbildung in der Praxis aussehen und finanziert werden kann. Ob das am Wifi stattfinden kann, in privaten Schulen oder in einem Unternehmen, das gilt es abzuklären. Fakt ist, dass wir keine Zeit zu verlieren haben und es liegt an uns, eine Ausbildung zu kreieren, die auch abseits des Betriebes stattfinden kann.